Nufa-Holiday

Artist: 
Title:
Nufa-Holiday
Year: 
2013
Release #: 
KLANGBAD63
14,00 €

Klangbad63LP+Download Voucher
C: Klangbad 2012
P: Klangbad 2012
PDF Info

Jonas Dorn: Guitar
Benjamin Dörr: Bass
Martin Panitz: Keys, Synth
Fabian Stevens: Drums



Produced by NUFA and Hans-Joachim Irmler, Recorded in May 2012 at Faust-Studio Scheer by Andreas Schmid, Additional Sound-Design by Jonas Dorn and PorkFour,
Mixed by Pork-Four, Jonas Dorn and Andreas Schmid,
Mastered by Andreas (Lupo) Lubich at Dubplates & Mastering berlin, Artwork and Laylout by Beatrice Barth.

Tracklisting:

A.
1. Take The Money
2. And Run
3. Alpha
4. In Arkadien
5. Der neue Mann
6. Breakfast Club
7. My Name is Nic

B.
8. Poqo
9. Im Orbit
10. Jean
11. Bürgermeister
12. Tatlin
13. Highway Story

www.nufa-band.de/

In diesem Frühjahr erscheint das dritte Album von Nufa auf Jochen Irmlers Klangbad Label. Es trägt den Namen „Holi­day“. Wie jedes Album einer jeden Band, ob klug oder nicht, steckt auch Holiday voller Zitate. Hier Krautrock, Post­rock, Jazz, Neue Musik - und als Bindemittel: Pop. Nufa begnügen sich jedoch nicht mit dem Abtasten von Ober­flächen­. Um hier mal probeweise eine Sprach­analogie zu be­mühen: Sie zitieren nicht Wörter oder Sprech­weisen, sondern Syntax. Tiefen­struk­turen. Über­haupt spre­chen auf Holiday allen­falls die Titel, denn – Achtung! – vor uns liegt ein Album voller Instru­mental­stücke. 43 Minuten ohne ein Fitzel­chen von Sprache, ohne eine einzige sinn­stiftende Zeile, ohne Halt. Oje, werden einige jetzt denken und sich mit einer müden Dreh­bewegung um den schön­sten Spaß bringen. Ein Fehler, denn Nufa entfalten auf Holiday eine seltene Form von Pathos – unaufdringlich und zwingend zu­gleich.

Der übliche und allemal hohle Verweis auf die Authen­tizität des Ganzen kann hier locker beiseite gelassen werden. Es ist klar, dass Nufa zum einzig Rich­tigen hin streben: zu größt­möglicher Eigen­heit. Dies errei­chen sie dank ihres über­vollen Arsenals an musi­kalischen Mitteln spielend. Bei jedem neuen Anlauf, bei jedem Tempera­ment­wechsel gelingt ihnen der un­wahr­scheinliche Dreh, die anhaltende Umarmung des Hörers. Manche Stücke sind tief melan­cholisch, von beinahe exzessiver Zartheit. Andere sprühen vor musi­ka­lischem Witz oder ge­ben sich ganz einer Vertracktheit hin. Wieder andere setzen mit prü­geln­den Rhyth­men, beschwö­rerischen Feedbacks und Subbässen eine lärmende Gerät­schaft in Gang, ent­fachen einen Brand, der die Luft von süßlichen Düften klärt. All das nie besonders lang: 3, 4, 5 Mi­nuten, höch­stens. Mehr Zeit benötigen Nufa nicht, um ihre hörbar avancierten Arrange­ments zu ent­wickeln. Als lautete die Vereinbarung, es den Hörern leicht zu machen.

Herausgekommen ist ein Album reich an guten Augenblicken. Ich denke an die überraschend hereinbrechende Band-Euphorie in „My Name is Nic“ und an den Schluss von „In Arka­dien“, wo ein Chor die Harmonien entführt und in einem metallenen Hallraum zum Ver­schwinden bringt. Ich denke an das federnde Schlagzeug und die Slide-Guitar-Seligkeit in „Jean“, an die Verlorenheit des Pianos in „Im Orbit“. – Holi­day ist ein Entwurf einer idealen Land­schaft, eine Anleitung zum Aus­fliegen, ein richtig gutes Album eben.
– Mathias Zeiske (Musikliebhaber und herausgebender Redakteur der Literaturzeitschrift Edit - Papier für neue Texte)

NUFA Highwaystory from Nufa on Vimeo.